Lösungen

Wasserspeicherfähigkeit optimieren

Die oft praktizierte rein mechanische Lockerung z.B.: mit dem Tiefgrubber kann die Verschiebung der Porenklassen nicht beheben bzw. ist im Grünland nicht möglich. Sie sorgt zwar für ein besseres Versickern des Wassers, die Wasserspeicherfähigkeit wird aber nicht erhöht. Zusätzlich werden feinere Bodenbestandteile in den Untergrund eingewaschen und können dort eine Sperrschicht bilden. Auch die Frostgare bringt keine Verbesserung der Wasserspeicherfähigkeit. Die Rückwandlung der Feinporen zu Grob- und Mittelporen und die Erhöhung des pflanzenverfügbaren Wassers können nur physikalisch-biologisch über die Tonflockung durch Kalzium mit anschließender Krümelbildung durch das Bodenleben erfolgen. Die Erhöhung des Humusgehaltes würde ebenfalls zur Verbesserung der Wasserspeicherfähigkeit beitragen. Humus kann aufgrund seiner geringen Dichte in Etwa die vierfache Menge seines Eigengewichtes an Wasser speichern. Eine rasche Erhöhung des Humusgehaltes ist auf Ackerböden aber nicht möglich. Auf Grünlandböden sind die Humusgehalte meistens bereits sehr hoch. Daher kann die Erhöhung des Humusgehaltes nur sehr bedingt und auch nur sehr langfristig die Wasserspeicherfähigkeit der Böden verbessern.Tonflockung - Grafik

Die plättchenförmigen Tonminerale und der Feinschluff sind hauptverantwortlich für die Wasserspeicherfähigkeit der  Böden. Liegen diese Plättchen einzeln, wie Bierdeckel flach übereinander, weist der Boden eine hohe Dichte und schlechte Bodenstruktur auf. Es kann nur wenig Wasser zwischen den Tonplättchen pflanzenverfügbar gespeichert werden – der Anteil an Feinporen ist hoch. Werden die Plättchen durch Kalzium miteinander verbunden, flocken sie aus und bilden eine Kartenhausstruktur. Diese Tonflockung führt zu einer wesentlich lockereren Bodenstruktur und mehr Bodenvolumen. In den Hohlräumen zwischen den Plättchen können große Mengen an pflanzenverfügbarem Wasser gespeichert werden – der Anteil an engen Grob- und Mittelporen nimmt zu. Zusätzlich steigt der Gehalt an weiten Grobporen, was zu einer Verbesserung der Wasserinfiltration führt.

 


Video: Tonflockung durch Zugabe von Kalzium (Kalk)

Mehrjährige Versuche aus Bayern haben gezeigt, dass sich durch eine optimale Kalkversorgung (Kalziumzufuhr bis 80% der KAK) die Porenklassenverteilung positiv beeinflussen lässt. Um eine stabile und krümelige Bodenstruktur zu erreichen, müssen die durch Kalzium geflockten Feinschluff- und Tonminerale vom Bodenleben und den Pflanzenwurzeln zu stabilen Bodenkrümel, zusammengeklebt werden.

Porenverteilung und VeränderungQuelle: mod. nach Dr. Schuhbauer 1980

Zur Förderung des Bodenlebens und Bodendurchwurzelung ist eine möglichst ganzjährige Bodenbedeckung durch Begrünungen und eine geringe Bearbeitungsintensität erforderlich. Auf Böden mit hohen pH-Werten und hohen Kalkgehalten kann Gips (Kalziumsulfat) als Kalziumquelle ausgebracht werden. Mit der Zeit entsteht ein gut strukturierter, humoser, krümeliger Boden mit einem hohen Vermögen, Wasser pflanzenverfügbar zu speichern und Trockenphasen sowie stärkere Niederschlagsereignisse gut zu meistern.

Tonflockung - Aggregatbildung