Bodenfruchtbarkeit

Organische Bodensubstanz

N im Boden
Quelle: Univ. f. Bodenkultur Prof. Dr. Lössl

Zur organischen Bodensubstanz (Synonym: Humus) gehören alle in und auf dem Mineralboden befindlichen abgestorbenen pflanzlichen und tierischen Streustoffe und deren organische Umwandlungsprodukte (L.d.B. Scheffer u. Schachtschabel 2013). Wobei zwischen leicht abbaubaren Substanzen (Pflanzenreste, Wirtschaftsdünger, abgestorbene Bodenlebewesen, etc.) und stabilisierten nicht mehr abbaubaren Substanzen unterschieden werden muss. Erstere werden sehr rasch in ihre Bestandteile zerlegt und dient dem Bodenleben als Energie- und Nahrungsquelle. Die in den leicht abbaubaren Substanzen enthaltenen Mineralstoffe bzw. Nährstoffe werden freigesetzt und können von den Pflanzen aufgenommen werden. Dieser als Mineralisierung bezeichnete Prozess ist maßgeblich an der Pflanzenernährung beteiligt.

Versuche haben gezeigt, dass ein mineralischer Stickstoffdünger nur zu etwa 30 – 40% von der Kulturpflanze aufgenommen wird. Der überwiegende Anteil an Stickstoff zur Pflanzenernährung kommt aus dem Boden bzw. aus dem Mineralisierungsprozess organsicher Bodensubstanz. In einem gestörten Boden (Staunässe, Verdichtungen, Nährstoffungleichgewichte, Versauerung, etc.) können die Bodenmikroorganismen die abbaubare organische Bodensubstanz nicht mehr verarbeiten und die Pflanzen leiden unter Nährstoffmangel; obwohl genügend Nährstoffe vorhanden wären. Ein geringer Teil der organischen Bodensubstanz wird als Huminstoffe in Komplexe (Assoziate) mit den Mineralien (Tonfraktion) stabilisiert. Diese Komplexbildung erfolgt in schwach sauren bis neutralen Böden über mehrwertige Metallkationen; hauptsächlich Kalzium und Aluminium. Ton-Humus-Komplex

Diese auch als Ton-Humus-Komplex bezeichnete stabilisierte organische Bodensubstanz ist über mehrere Jahrzehnte bis Jahrhunderte vor dem mikrobiellen Abbau geschützt und trägt maßgeblich zur Aufrechterhaltung der Bodenfruchtbarkeit bei. Stabilisierte Huminstoffe fördern die Aggregatbildung und Strukturstabilisierung der Böden. Weiteres haben sie eine enorme Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit. Zum Aufbau der Ton-Humus-Komplexe und zur optimalen Mineralisierung der abbaubaren organischen Bodensubstanz ist ein aktives und gesundes Bodenleben und ausreichend Kalzium erforderlich.

Wie sich aus einem rein mineralischen Boden unter zugabe von Kalk und Bodenmiroorganismen sehr rasch ein humoser Oberboden bildet, hat Fr. Dr. Ines Fritz von der Universität für Bodenkultur mit einem sehr anschaulichen Versuch als Video festgehalten.

Quelle: Dr. Ines Fritz; Universität für Bodenkultur